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Niemand Zuhaus? – Körperbewusstsein Trainieren & Entwickeln

11. Januar 2021
Posted in Blog
11. Januar 2021 Silvan

Körperbewusstsein und unser Zuhause

ERKLÄRUNG & ÜBUNG

 

Lass uns mal einen kleinen Vergleich anstellen mit unseren Wohnverhältnissen und wie bewusst wir unseren Körper bewohnen. Da gibt es wohl bei vielen Menschen interessante Parallelen. Vor allem wenn man sich das nicht mal bewusst macht, wie selten wir womöglich unseren Körper bewusst wahrnehmen.

 

Ist dir schon mal aufgefallen, dass wir im „normalen Alltag“ unsere Wohnungen kaum benutzen?

Ich habe keine anständige Statistik dazu gefunden, aber das kann man gut auch selbst ausrechnen:

Wenn wir in der Woche 40 Stunden im Mindesten arbeiten von 168 Stunden, die eine Woche hat, und dann noch ca. 50 Stunden schlafen, sind wir bei potenziell 78 Stunden, die wir bewusst zu Hause verbringen würden.

Dann ziehen wir mal noch 2h pro Tag (78 – 14 = 64 Stunden) ab für Hobbies und Erledigungen ausserhalb der Wohnung, was sicher nicht untertrieben ist. Wenn wir am Wochenende noch oft weg sind, wird die Zahl noch um einiges kleiner.

Sagen wir also mal, dass wir ca. 60 Stunden pro Woche tatsächlich zu Hause sind. Dann ist das nicht viel mehr, als wir für Arbeit aufwenden. Irgendwie krass oder? Und dafür gehen wir arbeiten, um diese Wohnung zu bezahlen, die wir dann kaum bewohnen.

Körperbewusstsein - Körper bewohnen, entwickeln, stärken, trainieren

Das heisst; wir sind heutzutage oft kaum zuhause. Denn wenn wir nicht gerade auf der Arbeit sind, dann sind wir mit Freunden unterwegs, nehmen einen Kurs oder beschäftigen uns mit sonst welchen Aktivitäten.

Kommt dir das ein wenig bekannt vor? Gut.

Denn man kann hier eins zu eins eine Verbindung ziehen dazu, wie wir mit unserem Körper umgehen. Oder präziser; wie sehr wir diesen bewohnen. Und damit meine ich nicht; zu wissen, dass man einen Körper oder ein Körperbewusstsein hat. Es geht darum, ob wir bewusst unseren Körperausfüllen„.

 

Was mein ich damit? Mit Körperbewusstsein?

Wie einfach fällt es dir jetzt sofort mit deinem Bewusstsein deinen linken kleinen Zeh wahrzunehmen und auszufüllen? Spür mal rein. Spürst du ihn überhaupt ohne hinzusehen? Gar nicht so einfach wahrscheinlich, nicht? Und genau das ist damit gemeint.

Wenn wir unseren Körper mit unserem Bewusstsein nicht ausfüllen, dann fühlen wir uns wenig darin zuhause. Fühlen uns vielleicht sogar hässlich, im mindesten aber unwohl. Warum? Weil wir selten „zuhause“ sind! Genau wie in unserer Wohnung.

Was heisst denn „zuhause im Körper sein“?!

Ich kann hier nur von meiner Erfahrung sprechen und dir einen Einblick geben, da wird hoffentlich jeder seine Erfahrungen und Wahrnehmungen haben. Und wenn nicht, dann ist es vielleicht höchste Zeit dafür.

Etwas zu kennen, heisst, es zu erforschen. Kein Forscher hat wohl einfach so etwas gewusst, was er vorher nicht erforscht hat. Logisch, oder? Was heisst das nun im Körperbewusstsein?

In der Schauspielschule, haben wir alles mögliche an Übungen gemacht dafür. Den Fuss gestreichelt und mit ihm gesprochen – ihm gedankt, bis zu Übungen, wo wir unsere „Dämonen“ herauslassen sollten im Ausdruckstanz. Völlig crazy, denkst du vielleicht. Ja verdammt, war es haha! Aber das war genau das Schöne daran.

Der Körper ist auch irgendwie etwas abartiges, nicht? Etwas abartig interessantes! Jede Pore ist anders als die andere. Nicht alles ist symmetrisch und trotzdem ergibt sich oft ein irgendwie ausgewogenes Bild aus einem Körper.

Hast du schonmal deine Gesichtshälften gespiegelt, sodass beide Seiten symmetrisch sind? Ein grausiger Anblick haha!

Und nur wenn wir uns mit jedem abartigen Teil unseres Körpers wirklich beschäftigen, diesem AKTIV unsere Aufmerksamkeit schenken, lernen wir ihn kennen und schätzen. Es ist das gleiche, wie mit einem Menschen. Wertschätzung kommt von Aufmerksamkeit, Zeit und Zuwendung. Nicht von Ignoranz.

Du kannst sogar, bei deiner Körpererforschung jedem Körperteil ein „Zimmer“ zuteilen. Die Hände sind dann vielleicht dein Malatelier und der Kopf deine Bibliothek, oder umgekehrt. Völlig egal! Nimm, was sich richtig anFÜHLT. Ja, richtig! Spür rein. Du wirst überrascht sein, welche Eingebungen man hat, wenn man mit dem Körper in die Dinge reinspürt.

Und das ist an sich nichtmal sehr geistig, „spirituell“ oder esoterisch. Es ist im Gegenteil verdammt pragmatisch! Du spürst es ja im Körper! Warum sollte das weniger Wahrheit haben als ein Buch oder eine sonstige Informationsquelle? Viel eher ist der Körper sogar eine verlässlichere Quelle für deinen (inneren) Gemütszustand als alles, was dir irgendein Guru oder Lehrer sagen kann.

Der einzige Haken? Es braucht Zeit. Und Geduld. Und Disziplin. Aber wenn du das investierst, hast du dir für dein ganzes Leben etwas angeeignet, was du selbst am besten verstehst und einsetzen und führen kannst. Es ist einfacher (aus dem Hause zu gehen und) jemand anders zu fragen, was man tun soll oder wo der Schuh drückt. Kann auch mal wichtig sein, aber selten eine nachhaltige Lösung. Ich will das für alle meine Coachees auf keinen Fall!

Viel eher möchte ich dich wieder in dein Körper-Haus zurückführen und es dich erforschen lassen und dich darin unterstützen. In einem solchen Prozess. Welcher nicht nur mit dem Körper zu tun haben muss, aber er sollte ein Teil davon einnehmen.

Denn auch Meditationen erfährst du durch deinen Körper! Wenn du deinem Atem folgst, folgst du einer Körperfunktion und nicht rein deinem Geist. Wie Eckhart Tolle ebenfalls sagt:

„Erleuchtung geschieht durch den Körper, nicht weg von ihm.“

Jegliche Körper-Arbeit, die du also leistest, schult ebenfalls deine Wahrnehmung, die dir wiederum in der subtileren Wahrnehmung zu Gute kommt, in Sachen Intuition, Eingebungen und Visionen. Denn der eine bekommt Intuitionen anders als der andere, da bin ich mir sicher.

Auch da gilt es wohl seine eigene Art von Körperbewusstsein zu entwickeln, seine (Körper-)Sprache zu erkennen und zu verstehen.

Übrigens kann man wohl auch an dem Grade, wie man ständig unterwegs ist, erkennen, wie schnell man in sich ankommen kann. Wer immer herumhastet, wird ziemlich sicher mehr Mühe haben in seinem Körperbewusstsein anzukommen als jemand, der sich gut Zeit für etwas nehmen kann. Wer „schnell“ ist, darf sich gerne fragen, wovon er/sie auf der Flucht ist.

Körperbewusstsein - Flucht, Definition, Entwicklung

Mache es also wenigstens mit deinem Körper-Haus anders als mit deinem weltlichen Haus. Sei zuhause, sei da. Dann bist du nicht nur für deinen Körper/dein Körperbewusstsein sondern auch für dich da. Eine sehr direkte Selbstliebe. Greifbar und immer verfügbar. Durch Körperbewusstsein.

Das ist übrigens ein wichtiger Aspekt in meinem 6-monatigen Programm Der Weg der Kunst! Dort lernst du deine inneren Stimmen, deine Probleme und Potenziale durch kreative Art und Weise auszudrücken und nutzbar machen.

Eine konkrete Übung zu Körperbewusstsein:
  1. Nimm eine für dich passende Haltung ein und spüre einfach in den Körper rein. Schliesse die Augen oder lasse sie offen, völlig egal. Machs dir einfach.
  2. Versuche mal deine Aufmerksamkeit in allen möglichen Körperteilen zu bündeln. Spüre mal, wieviele Häärchen du dort hast zum Beispiel. Oder eine sonstige Wahrnehmung.
  3. Nimm dir gerne auch kleine und grosse Körperteile vor und weit entfernte, wie nahe. Werde zum Körperbewusstsein-Forscher!
  4. Lasse gerne auch innere Bilder hochsteigen. Alles, was sich zeigen will, darf sein.

Mache das mindestens 15-30min am besten regelmässig (oder sogar täglich) über 4 Wochen.

 

Mehr Input kannst du dir in anderen Blogs, auf YouTube oder Instagram holen.

 

Ich wünsche dir viel Spass bei der bewussten Erforschung deines Körpers!
Silvan

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