Blog - (fremde) Schlachtfelder
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Emotion vs. Gefühl
12. August 2019

 

(fremde) Schlachtfelder



Verweile nicht auf fremden Schlachtfeldern von ihren persönlichen Kreuzzügen.

Oder modern gesagt:

F**k Haters


Schon früher hatte man die Soldaten mit allerlei psychologischen Tricks dazu verleitet für weitaus ominösere Zwecke als für die Verteidigung des Vaterlands ihr Leben zu lassen.

Die zwei Extremen Pole waren wohl:

1. Angst
2. Stolz (Übermut)

Entweder man machte den Menschen eine unsägliche Angst, dass man sonst sein Leben nicht mehr leben kann, wenn man nicht kämpft oder dass man sich derartig Stolz auf eine kollektive Gemeinsamkeit stützt, dass man "über-Mütig" wird. Den Mut ver-gewalt-igt. In pure Gewalt wandelt.

Heute ist es ein sehr ähnliches Spiel.


Entweder Leute wollen dir richtig Angst machen, dass das, was du tust, purer Unsinn ist und du besser was Anständiges und Vernünftiges tun sollst. Oder dir sogar im Extrem einreden wollen, dass du etwas absolut Gefährliches und Verantwortungsloses machst!

Und sie reden selbst von ihrem eigenen Schlachtfeld aus, weil sie dabei sind zu verlieren in ihrer (selbst heraufbeschworenen) Schlacht. Eigentlich schreien sie nach Hilfe, weil sie sehen, wie aussichtslos ihr Kampf (gegen sich selbst) ist.

Meistens wollen sie aber (vordergründig) gar keine Hilfe, sondern sich nur darüber beschweren, wie mühselig sie es sich dort eingerichtet haben, wenn sie bei dir sehen, dass du entweder sehr erfolgreich kämpfst in deiner "Schlacht" oder aber sogar sehen, dass es auch (innerer) Frieden geben kann.

Lass dich also nicht beirren von diesen Opfern, ihres eigenen Lebens. Denn sie müssen wohl oder übel erst ihre eigene (innere) Schlacht verlieren und dann vielleicht erkennen, dass sie Hilfe auf ganz offene Art und Weise annehmen dürfen und merken können, dass es ok ist, mal zu scheitern. Sich geirrt zu haben, aufs falsche Pferd (im inneren Rennen) gesetzt zu haben.
 
Dann können sie aber auch zum zweiten Typus verkommen. Das geschlagene Opfer, welches seine Macht nicht mehr erkennt.

Hier ist die Moderne Version ein wenig anders. Der/die Geschlagene kommt nicht mehr auf die Füsse und hält sich fälschlicherweise für Lebenszeit geschlagen.

Er/sie hat sein/ihr Schwert verloren und wartet im Dreck darauf, dass jemand das Schwert reicht. Als Urbild ist es der Weg zurück in den Mutterschoss.

Man will gewiegt und geliebt werden, jetzt wo man gescheitert ist und denkt, wie unfair die Welt und das Leben doch ist.

Vorsicht!:
Diese Personen können deinen Stolz triggern. Den Stolz eines (übermächtigen) Retters.

Man ist in Gefahr zu denken, dass man dieser Person helfen muss und diese nur wieder klar kommt, wenn man sie hochhebt, sie wäscht und die Rüstung wieder anlegt, neu bewaffnet, auf ein Ross hebt und in die nächste Schlacht schickt.

Denn man geht fälschlicherweise davon aus, dass seine/ihre (innere) Schlacht des Lebens vorbei ist, da die vorherige ja vorbei ist.

Aber diese Person hatte die Schlacht verloren. Heisst, sie wusste nicht, wie man mit einer solchen Situation umgeht und hatte die nötigen Skills dafür nicht.

Was denkst du nun, passiert, wenn du diesen geschlagenen, geschundenen, verängstigten Ritter, der fremde Rüstung und Waffen trägt wieder in die(-selbe) Schlacht schickst, die er gerade verloren hat?

Nicht sehr erfolgsversprechend, denkst du nicht?

Er muss erst einmal die Skills und Erkenntnisse finden, die er/sie vorher nicht hatte, um überhaupt in der Lage zu sein, eine solche "Schlacht" zu gewinnen.

Bzw. um damit zu erkennen, wie es gar nicht erst zu einer solchen (inneren) Schlacht kommen muss.

Wie ich schonmal sagte:
"A true peacekeeper is an expert in warfare."

Aber man muss nicht unbedingt die Schlachten selbst geschlagen haben.

Man kann auch ein (stiller) Beobachter werden von den Menschen, die uns eben auf solch eine Weise in ihr Schlachtfeld ziehen wollen.

Dann lernt man diese Muster und Taktiken zu erkennen und dann dankend abzulehnen. Dann kann man immernoch beobachten, wie sich dieser Mensch schlägt und dadurch lernen, wie man es macht oder eben nicht macht.

Oder aber man geht als "Söldner" auf das fremde Schlachtfeld und lernt im Kampf selbst, soweit man sich das zutraut und verlässt das Schlachtfeld in der Situation, in der es aussichtslos wird. Denn du bist dein eigener Herr.

Lass dich also ebenfalls nicht durch falschen (Helfer-)Stolz verleiten in den Schlachten anderer (bis aufs Blut) zu kämpfen.

Du verlierst schlussendlich nur.
Wenn dich also mal wieder ein Hater versucht auf persönlicher Ebene fertig zu machen, dann überleg dir gut, welche Schlacht du schlägst.

Wenn du dich halsüberkopf in die Schlacht stürzt und voll darauf eingehst, dann schlägst du seine Schlacht für ihn. Und er wird sich freuen, jemanden gefunden zu haben, der ihm "hilft". Weil dann hat er das Gefühl, dass es sich lohnt so weiterzumachen.

Du kannst versuchen, ihm seine Situation zu spiegeln, wenn du es erkennst, aber ich würde nicht zu viel Zeit darauf verwenden. Wie gesagt, die meisten wollen das gar nicht.

Wenn dich das nächste Mal jemand um Hilfe anbettelt, überlege dir gut, was du diesem Menschen sagst und tust. Dass du nicht dessen Vormund wirst und ihn dadurch seiner eigenen Macht entmündigst. Du wirst zwar einen lebenslangen Anhänger oder sogar "Sklaven" haben, aber schlussendlich wird diese Person nur an deiner Energie(-Zitze) saugen wollen, weil er den behütenden (metaphorischen?) Mutterschoss vermisst.


Zum Abschluss möchte ich diese Perspektive nochmals brechen und spiegeln.

Denn man sollte nichtsdestotrotz in solchen Situationen demütig genug sein, um sich selbst dabei zu beobachten.

Wo hat man selbst vielleicht doch auch noch eine (innere) Schlacht am laufen?
Hat dieser Mensch vielleicht mir eine Möglichkeit gegeben, das zu erkennen und dadurch mich an meine Schlacht zu erinnern?


Es lohnt sich immer ein Angebot erst einmal vorsichtig zu prüfen und "Ja" dazu zu sagen, bevor man es klar ablehnt.

Und mit der Zeit erkennt man immer besser, wer wirklich wertvoll spiegelt und wer nur "seine Axt blutig schlagen" will.


Somit; kenne dein Rüstzeug und pflege es mehrheitlich selbst. Nutze es nur als Verteidigung im Notfall.

Wie die alten Samurai es schon pflegten: der Dienst (an etwas Höherem) als Leitwert.



Friedvolle Grüsse
Silvan
 

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