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Das ultimative Opfer


Wenn man die alten indischen Schriften liest, kommt man nicht daran vorbei mal über den Begriff Yajna zu stolpern.

In den Upanischaden, den indischen Weisheitsschriften, wird der Begriff für „spirituelles Opfer“ verwendet. Und ich will mich hier auf diese Übersetzung beziehen, denn im Sanskrit haben einige Wörter eine Mehrfachbedeutung, wie in manchen anderen Sprachen auch.

Was ich gerade heutzutage beobachte und wie ich auch schon andernorts thematisiert habe, ist, dass viele Menschen, vorallem der sogenannten „New Age“-Bewegung oder der „Esoterik“-Szene, das Konzept der Erleuchtung sehr stark betonen aus den östlichen Philosophien und diese als ein ultimatives Ziel sehen.

Nach deren Vorstellung sollte man ganz viel an sich ändern und ganz viele Praktiken üben, um an dieses abstrakte „Etwas“ zu gelangen, das sich Erleuchtung nennt.

Jedoch kann einem keiner sagen, wann man denn nun wirklich erleuchtet ist. Und diejenigen, die es scheinbar schon sind, schweigen grösstenteils darüber oder erwähnen den Begriff schon gar nicht.

Wenn man sich eine Weile mit dem Ego und den Weisheitsschriften und Mysterienschulen befasst, dann wird einem irgendwann mal auffallen, dass das Streben nach sogenannter Erleuchtung wohl die grösste Ego-Falle ist, die es gibt.
 
«In dunkler Nacht leben jene, für die
allein die Welt draussen real ist; in noch dunklerer
Nacht jene, für die allein die Welt drinnen
real ist. Das erste führt zu einem Leben
der Tat, das zweite zu einem Leben der Meditation.
Aber jene, die tätiges Handeln mit Meditation
verbinden,
überqueren das Meer des Todes durch tätiges
Handeln
und gehen in die Unsterblichkeit ein
durch die Ausübung der Meditation.
So haben wir's von den Weisen vernommen.

In dunkler Nacht leben jene, für die der Herr
ausschliesslich transzendent ist; in noch dunklerer
Nacht
jene, für die er ausschliesslich immanent ist.
Aber jene, für die er transzendent
und immanent ist, überqueren das Meer des Todes
mithilfe des Immanenten und gehen in die
Unsterblichkeit ein mithilfe des Transzendenten.
So haben wir's von den Weisen vernommen.»

- Isha-Upanischad, 9-14
 
Denn wer will immer besser werden und endlich ankommen und mehr sein, als er/sie schon ist?

Die Seele mit Sicherheit nicht. Denn diese ist schon in sich „vollkommen“ und braucht keine Optimierung.

Das einzige, was danach strebt, ist das Ego selbst. Das Ego will die ultimative Ekstase erleben und sich endlich frei fühlen und inneren Frieden haben. Es will es haben!

Und hier kommt das Opfer ins Spiel. Denn das Ego will nichts opfern. Es will etwas mehr haben, etwas dazu gewinnen.

Wenn man nun aber davon ausgeht, dass das Yajna, das spirituelle Opfer, wohl das grösste Opfer ist, dass es gibt und sich im Akt der Opferung jeglicher eigenen (Ego-)Wünsche erfüllt, dann ist es naheliegend, dass man dadurch wohl der sogenannten Erleuchtung näher kommt, als durch ewiges ackern an irgendwelchen Zielen, die wiederum nur im Ego gründen.

Das mag nun vielleicht auch zu abstrakt sein, um in einem einfachen Text abzuhandeln. Ich werde aber sicher auch noch in anderen Texten und vielleicht auch Videos darauf zu sprechen kommen, da hier anscheinend ein so grosses Missverständnis vorliegt.

Wer also der Erleuchtung auf der Spur ist, wird sehr viel mehr opfern müssen, als ihm/ihr vielleicht bewusst ist. Nämlich "alles".

Man stellt sein Leben in den Dienst des „Höheren“. Wie man das dann auch immer nennen will.

Das ist Yajna.

Früher hat man des öfteren noch die eigenen Sünden und Projektionen und Wünsche auf ein Opfertier projiziert und dieses dann geopfert, im Glauben, dass das dann die erwünschte Wirkung für sich selbst erzielt.

Aber die persönliche Bürde, die persönlichen Herausforderungen abzuwälzen, war schon immer eine Scheinlösung. Früher wie heute.

Schon Augustinus, der christliche Mystiker, sprach davon in den Jahren um 400 v.Chr. und schloss sich damit dem Tonus der Upanischaden an.
 
«Augustinus teilt mit den Upanischaden jene hohe Vision, die alle überragenden Menschen von dem haben, was der Mensch werden kann; er weiss, dass ohne Opfer der Mensch knapp vor etwas innehält, das essenziell menschlich ist; und so verwendet er in diesem bemerkenswerten "vedischen" Passus das Modell des heidnischen Opfers, um zu verstehen zu geben, dass die den olympischen Göttern "dargebrachten" verschiedenen Tierarten Symbole waren; Gott, der 'noch innerer in uns (ist) als unser intimstes Inneres' (vgl. Conf. III.6), verlangt ein viel schwierigeres und unendlich wirksameres Opfer: nicht, unsere Probleme auf unschuldige Opfertiere zu projizieren, sondern die eigentlichen Ursachen dieser Probleme, wie etwa unangebrachte Wünsche, zu "opfern". Er empfahl nicht, das heidnische Opfer absolut zu verwerfen, sondern es zu verinnerlichen.»

- "Die Upanischaden", Eknath Easwaran
 
Wenn man also von den höchsten Zielen spricht und sich denen verschreibt, hilft auf jeden Fall sich zuerst näher damit auseinanderzusetzen, anstatt irgendeinem Faden zu folgen, von welchem man kaum Näheres kennt, geschweige denn weiss, was dies bedeutet.

Natürlich will ich hiermit niemanden demotivieren. Im Gegenteil! Ich hoffe, dass sich jeder Mensch etwas höherem als sich selbst (seinem Ego) verschreibt.
 
 
 
Denn nur dadurch werden wir auch unserem Seelenweg und dem sogenannten, ebenfalls abstrakten, „Seelenheil“ näher kommen.

Und keine Angst. Du wirst schon merken, wenn du es hast. Es braucht keine Eile.


Trust the process

Silvan

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9 Comments

  1. Das “ultimative Opfer”, an einen höheren Zweck gebunden:

    https://freiefamiliedresden.wordpress.com/hintergrund-des-dresdner-hungerstreiks-und-dessen-grundlegende-bedeutung-fuer-die-menschheit/

    … führt zur entscheidenden Erkenntnis!

    Sinnvoll ist, wenn selbige durch andere Menschen als Handlungsgrundlage genutzt wird.

    Liebe Grüße aus der magischen Stadt (Dresden)

    • The CREAtor sagt:

      Hi ihr Lieben

      Vielen Dank für deine/eure Ergänzung!

      Weiss zwar nicht sicher, ob wir dasselbe meinen, aber trotzdem danke ^^.

      Grüsschen Silvan

  2. Ich würde mich freuen, wenn Du es prüfen könntest!
    Ich will nicht nerven, aber Menschen haben einen Standpunkt. Auf dem kannst Du mich “festnageln” zum kritisieren.

    Liebe Grüße und eine angenehme Nacht

    • The CREAtor sagt:

      Mein Guter, du schreibst mir ein wenig zu kryptisch ^^. Das wird kaum ein Mensch verstehen. Ich erkenne, dass du mit Numerologie dort etwas zu erklären versuchst. Aber was genau, ist mir nicht wirklich klar. Es scheint, als gingest du davon aus, dass die Menschen deine Gedanken einfach nachvollziehen können. Das geht mir ähnlich, darum muss ich mich disziplinieren, mich einfacher bzw. verständlicher auszudrücken.

      Ich meine das als wohlwollendes Feedback. Wirklich.

      Wenn du wirklich mal diskutieren willst, dann lieber mal bei einem Call. Das Schreiben taugt nicht wirklich zum diskutieren.

      Lebe Grüsse
      Silvan

      • Die Frage ist doch, willst DU es verstehen? Wenn ja, hättest Du Mittel und Wege finden können davon zu profitieren.
        Du hast nicht eine einzige Frage der sachlichen Klärung gestellt!

        So wie Du es schreibst ist es Dir die Mühe nicht wert. Das ist auch gut, da selbiges Deinen derzeitigen Existenzrahmen sprengen würde!

        Du bietest eine Stunde Plauderei für ca. 100,- Fr an. Wir leben zu 6 mitten in Dresden ohne Mangel, wie im Paradies von ca. 350,- € pro Monat.
        https://freiefamiliedresden.wordpress.com/2019/01/01/geldverschwendung-minimieren-von-ueber-2000-e-auf-ca-350-e-brutto-pro-monat/

        Zwei Welten und ohne “kryptische” Spielerei: welche der beiden wird sich in naher Zukunft als nachhaltig erweisen und welche im Abgrund verschwinden?

        Die Wahrheit ist immer unverständlich, für den, der sie nicht hören will, liegt nicht an meiner Formulierung.
        Nur beim Schreiben kann Wahrheit fixiert werden, denn sie braucht Zeit , Struktur, Überlegung, Recherche, Prüfung! Gespräche sind Zeitvertreib, das Suhlen in Emotionen, das Steckenpferd all derer, die eine Meinung haben und diese im Handumdrehen hin und her biegen!

        Meine Informationen müssen zu den Multiplikatoren finden, welche diese Welt in ihren Grundfesten verändern wollen. Solltest Du jemanden kennen, der wieder jemanden kennt wäre es gut, die Info weiter zu leiten!

        Liebe Grüße aus der magischen Stadt

        • The CREAtor sagt:

          Warum machst du dir überhaupt die Mühe mir zu schreiben, wenn dich sowieso alles anwidert, was ich so mache? Mich bekehrst du nicht mit deinem “Ich kenne die ‘Wahrheit’-Gelaber”. Also such dir lieber andere Anhänger. Bau dir dein Imperium aus hörigen Menschen, die dir alles nachplappern. Meine Wahrheit ist es nicht.

          • Ich schrieb nichts dergleichen. Es war nur ein Test den Du mit einem achtlosen like in Auftrag gegeben hast. Das “Universum” erfüllt all Deine Wünsche. Unzufrieden mit dem Ergebnis, dem Spiegelbild Deiner selbst?

            Dafür trage ich keine Verantwortung.

            Vielen Dank für die liebevolle Konversation und den überaus sachlichen Dialog.

            Liebe Grüße aus der magischen Stadt

  3. Hier ist das “ultimative Opfer” allgemeingültiger erklärt: (auch bekannt unter “das jüngste Gericht” allerdings völlig anders, als es die Kirche seit tausenden von Jahren predigt)

    https://freiefamiliedresden.wordpress.com/2017/03/25/harmageddon-2017/

    Liebe Grüße aus der magischen Stadt

  4. The CREAtor sagt:

    Mhm genau… ^^
    Dann wünsch ich dir mal viel Erfolg bei deinem Kreuzzug. Spiegel den Leuten mal schön, was sie alle “sehen sollen”.

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